Einar Schleef. Der Maler
»Einar Schleef. Der Maler« – der Titel dieser Ausstellung ist zugleich Programm. Erstmals wird der Künstler Einar Schleef allein als Maler und Zeichner betrachtet und die thematische wie stilistische Entwicklung seiner Bildkunst untersucht – ein Lebenswerk von großer Komplexität und außergewöhnlicher Bedeutung.
Seit 2004 verwahrt die Stiftung Moritzburg den Bildernachlass von Einar Schleef als Dauerleihgabe. Mit der Ausstellung macht sie das großartige und noch unerweckte Potential dieses nachgelassenen Fundus der Öffentlichkeit zugänglich und lebendig – und sie verankert das bildkünstlerische Werk Schleefs in Sachsen-Anhalt, dort, wo der Künstler biographisch seine Prägungen erfahren hat.
Einar Schleef, der 1944 in Sangerhausen geboren wurde und 2001 in Berlin starb, hat als Regisseur und Dramatiker die deutsche Theaterwelt geprägt und polarisiert wie kein anderer. Damit erlangte er Weltgeltung. Als Maler wurde sein Werk bisher immer nur in Ausschnitten und meist nur in Bezug auf seine Theaterkunst wahrgenommen. Ein Ansatz, den Schleef 1992 mit der Berliner Gesamtschau »Republikflucht. Waffenstillstand. Heimkehr« selbst vorgab, und der vor der Betrachtung einzelner Schaffensbereiche notwendig schien. Die Retrospektive seiner Bildkunst holt nun das nach, wozu Schleef selbst nicht mehr kam und ist gewissermaßen die Antwort auf eine ungestellt gebliebene Frage des Künstlers.
Die Gemälde und Zeichnungen erstrecken sich über alle Schaffensphasen, neben den großen Bilderzyklen der achtziger und neunziger Jahre, den Deutschlandbildern, den Tagbuchbildern und den Telefonzellen gehören auch Stillleben, Illustrationen, Landschaften, Interieurs, Schriftbilder und Portraits dazu, vor allem das bislang nicht erschlossene zeichnerische Werk. Mit etwa 90 Gemälden und 250 Zeichnungen sowie Arbeiten auf Papier wird das Grundlegende präsentiert, was Schleef zwischen 1964 und 2001 als Bildkünstler geschaffen hat. Es umfasst sowohl seine Studienzeit an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und seine Meisterschülerzeit an der Akademie der Künste als auch die 80er und 90er Jahre, als Schleef nach längerer Unterbrechung wieder inszenierte.
Das leer gezogene Karstadtgebäude an der Mansfelderstraße in Halle bietet ideale Bedingungen für dieses Projekt. Auf fast 3000 qm wurde dort eine Inszenierung geschaffen, mit der die Malerei Schleefs sinnfällig präsentiert wird: Der Verlauf von Werkstufen in Blöcken erlaubt es, das Werk in dichter Folge abzuschreiten. Der rohe Funktionsraum eines Kaufhauses kommt Schleefs Anliegen entgegen, institutionelle Kontexte der Kunst immer wieder in Frage zu stellen.
Der Bildernachlass von Einar Schleef, der insgesamt 156 Gemälde und mehr als 6000 Zeichnungen umfasst, wird in den nächsten Jahren sukzessive erschlossen und in einem Werkverzeichnis veröffentlicht. Einzelne Werke werden ab 2008 im neuen Ausstellungsflügel der Moritzburg in der Dauerausstellung zu sehen sein.
Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Gesprächen, Diskussionsrunden, Führungen und museumspädagogischen Aktivitäten begleitet.
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Öffnungszeiten Dienstag, Donnerstag, Freitag 12—19 Uhr
Mittwoch 12—20.30 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 10—19 Uhr
zur Halleschen Museumsnacht am Samstag, 17. Mai 10—24 Uhr
Eintrittspreise Ausstellung »Einar Schleef – Der Maler« 5 Euro / ermäßigt 3 Euro
Ausstellung »48 Karat« (zeitgleich im Karstadtgebäude) 3 Euro / ermäßigt 1,50 Euro
Kombiticket: 6 Euro / ermäßigt 4 Euro Familienkarte: 9 Euro Kinder bis 6 Jahre: Eintritt frei Gruppenermäßigung: ab 10 Personen
Die Eintrittskarten für die Schleef-Ausstellung berechtigen zum ermäßigten Eintritt der Ausstellungen im Kunstmuseum Moritzburg, das vom Karstadtgebäude in 10 Minuten zu Fuß erreichbar ist.
Förderer
www.kulturstiftung-bund.de www.lottosachsenanhalt.de www.kunstmuseum-moritzburg.de (link: Förderkreis) www.dow.de
Impressum zur Ausstellung Konzeption: Michael Freitag
Ausstellungsgestaltung: Steinert & Bitterling
Grafik: Nina Hug, Stephan Eberlein
Lichtgestaltung: ankeaugsburglicht Fotografie: Ludwig Rauch
Technische Betreuung: Volker Mangold
Aufbau: Hendrik Arnhold, Uwe Seichter
Restauratorische Betreuung: Albrecht Pohlmann, Helene Haupt, Stefan Trebstein
Öffentlichkeitsarbeit: Wolfgang Heger, Evelyn Lukowczyk,Tino Schultze ( UNISON GmbH, Sangerhausen)
Museumspädagogisches Programm: Rita Jacobshagen, Sigrid Reiche
Besuchen Sie außerdem:EINAR SCHLEEF – Bilderwelt »Dreigroschenoper« Kurt-Weill-Zentrum / Meisterhaus Feininger Ebertallee 63, 06846 Dessau-Roßlau vom 29.Februar bis 20. Juli 2008 geöffnet von Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr Telefon 0340-619595 www.kurt-weill-fest.de www.meisterhaeuser.de
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